Der Leistungsstand vieler Schülerinnen und Schüler in Deutschland zeigt deutlich, dass ohne klare Zielvorgaben und ein systematisches Monitoring Reformen kaum Wirkung entfalten. Studien wie der IQB‑Bildungstrend machen seit Jahren sichtbar, dass ein signifikanter Anteil der Lernenden zentrale Kompetenzanforderungen nicht erreicht – mit gravierenden Folgen für ihre Bildungsbiografien und die zukünftige Fachkräftesicherung. Damit sich dieser Trend umkehrt, braucht es mehr als allgemeine Reformabsichten. Entscheidend ist ein verbindlicher, messbarer Zielrahmen, der klar definiert, welche Kompetenzen Lernende zu welchem Zeitpunkt erreichen sollen, sowie ein Schulwesen, das systematisch mit Daten arbeitet, um diese Ziele verlässlich umzusetzen.

Warum verbindliche, messbare Bildungsziele notwendig sind
Bildungsstandards legen fest, was Schülerinnen und Schüler am Ende bestimmter Schulstufen können sollen. Ohne präzise Bildungsziele – also konkrete Kompetenzstufen, die zu festgelegten Zeitpunkten erreicht werden müssen – bleiben diese Standards jedoch abstrakt. Verbindliche, messbare Bildungsziele machen Unterricht planbarer, fundierter und zielorientierter. Sie schaffen einen gemeinsamen Erwartungsrahmen, an dem sich Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Lernende gleichermaßen orientieren können, und ermöglichen zugleich eine vergleichbare Bewertung schulischer Ergebnisse zwischen Ländern, Regionen und Schulformen.
Gesamtmetall unterstützt diesen Ansatz ausdrücklich und setzt sich dafür ein, in allen Bundesländern klar definierte Bildungsziele einzuführen, um die Qualität schulischer Bildung verbindlich zu sichern und jungen Menschen die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für ihren weiteren Bildungsweg benötigen. Der Koalitionsvertrag 2025 (Zeile 2313 ff.) greift diese Notwendigkeit auf und setzt verbindliche, messbare Bildungsziele als Basis für eine moderne Qualitätsentwicklung im Bildungssystem. Gesamtmetall bekräftigt diese Forderung und unterstreicht, dass alle Schülerinnen und Schüler jene Kompetenzen erwerben müssen, die sie für Ausbildung, Studium und Beruf benötigen.
Datengestützte Schulentwicklung: Vom Ziel zur Umsetzung
Klare Bildungsziele entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn Schulen systematisch analysieren, wo sie stehen, und auf Grundlage verlässlicher Daten weiterarbeiten. Eine datengestützte Schulentwicklung ermöglicht genau das: Sie macht sichtbar, welche Lernfortschritte erreicht werden, wo Förderbedarf besteht und welche Maßnahmen wirksam sind. Regelmäßig erhobene Daten zu Lernständen und Kompetenzprofilen werden so zum Ausgangspunkt für professionelle Entscheidungen in Unterrichts- und Schulentwicklung.
Warum dies für die Fachkräftesicherung entscheidend ist
Für die Metall‑ und Elektro‑Industrie sind verlässliche schulische Grundkompetenzen eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung. Fehlende Basiskompetenzen führen zu höheren Ausbildungsabbrüchen, einem steigenden Unterstützungsbedarf und langfristig zu Engpässen bei qualifizierten Fachkräften. Messbare, verbindliche Bildungsziele und ein datengestütztes System der Schulentwicklung leisten deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie stellen sicher, dass Schülerinnen und Schüler jene Kompetenzen erwerben, die sie für Ausbildung und Beruf benötigen – und dass kein Kind zurückgelassen wird.