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Verbindliche und messbare Bildungsziele

Der Leis­tungs­stand vieler Schü­le­rinnen und Schüler in Deutschland zeigt deutlich, dass ohne klare Ziel­vor­gaben und ein syste­ma­ti­sches Moni­to­ring Reformen kaum Wirkung entfalten. Studien wie der IQB‑­Bil­dungs­trend machen seit Jahren sichtbar, dass ein signi­fi­kanter Anteil der Lernenden zentrale Kompe­tenzan­for­de­rungen nicht erreicht – mit gravie­renden Folgen für ihre Bildungs­bio­gra­fien und die zukünf­tige Fach­kräf­te­si­che­rung. Damit sich dieser Trend umkehrt, braucht es mehr als allge­meine Refor­m­ab­sichten. Entschei­dend ist ein verbind­li­cher, messbarer Ziel­rahmen, der klar definiert, welche Kompe­tenzen Lernende zu welchem Zeitpunkt erreichen sollen, sowie ein Schul­wesen, das syste­ma­tisch mit Daten arbeitet, um diese Ziele verläss­lich umzu­setzen.

Gesamtmetall-Bildungsziele
Abb.: AdobeStock/miss_irine

Warum verbindliche, messbare Bildungsziele notwendig sind

Bildungs­stan­dards legen fest, was Schü­le­rinnen und Schüler am Ende bestimmter Schul­stufen können sollen. Ohne präzise Bildungs­ziele – also konkrete Kompe­tenz­stufen, die zu fest­ge­legten Zeit­punkten erreicht werden müssen – bleiben diese Standards jedoch abstrakt. Verbind­liche, messbare Bildungs­ziele machen Unter­richt planbarer, fundierter und ziel­o­ri­en­tierter. Sie schaffen einen gemein­samen Erwar­tungs­rahmen, an dem sich Schulen, Lehr­kräfte, Eltern und Lernende glei­cher­maßen orien­tieren können, und ermög­li­chen zugleich eine vergleich­bare Bewertung schu­li­scher Ergeb­nisse zwischen Ländern, Regionen und Schul­formen.

Gesamt­me­tall unter­stützt diesen Ansatz ausdrü­ck­lich und setzt sich dafür ein, in allen Bundes­län­dern klar defi­nierte Bildungs­ziele einzu­führen, um die Qualität schu­li­scher Bildung verbind­lich zu sichern und jungen Menschen die Kompe­tenzen zu vermit­teln, die sie für ihren weiteren Bildungsweg benötigen. Der Koali­ti­ons­ver­trag 2025 (Zeile 2313 ff.) greift diese Notwen­dig­keit auf und setzt verbind­liche, messbare Bildungs­ziele als Basis für eine moderne Quali­täts­ent­wick­lung im Bildungs­system. Gesamt­me­tall bekräf­tigt diese Forderung und unter­streicht, dass alle Schü­le­rinnen und Schüler jene Kompe­tenzen erwerben müssen, die sie für Ausbil­dung, Studium und Beruf benötigen.

Datengestützte Schulentwicklung: Vom Ziel zur Umsetzung

Klare Bildungs­ziele entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn Schulen syste­ma­tisch analy­sieren, wo sie stehen, und auf Grundlage verläss­li­cher Daten weiter­a­r­beiten. Eine daten­ge­stützte Schul­ent­wick­lung ermög­licht genau das: Sie macht sichtbar, welche Lern­fort­s­chritte erreicht werden, wo Förder­be­darf besteht und welche Maßnahmen wirksam sind. Regel­mäßig erhobene Daten zu Lern­ständen und Kompe­tenz­pro­filen werden so zum Ausgangs­punkt für profes­si­o­nelle Entschei­dungen in Unter­richts- und Schul­ent­wick­lung.

Warum dies für die Fachkräftesicherung entscheidend ist

Für die Metall‑ und Elek­tro‑­In­dus­trie sind verläss­liche schu­li­sche Grund­kom­pe­tenzen eine zentrale Voraus­set­zung für eine erfolg­reiche Ausbil­dung. Fehlende Basis­kom­pe­tenzen führen zu höheren Ausbil­dungs­ab­brü­chen, einem stei­genden Unter­stüt­zungs­be­darf und lang­fristig zu Engpässen bei quali­fi­zierten Fach­kräften. Messbare, verbind­liche Bildungs­ziele und ein daten­ge­stütztes System der Schul­ent­wick­lung leisten deshalb einen wesent­li­chen Beitrag zur Fach­kräf­te­si­che­rung. Sie stellen sicher, dass Schü­le­rinnen und Schüler jene Kompe­tenzen erwerben, die sie für Ausbil­dung und Beruf benötigen – und dass kein Kind zurück­ge­lassen wird.