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Brexit

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Künftige Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich

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Künftige Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich (VK) hat die EU am 31.01.2020 verlassen und wurde damit völkerrechtlich zum Drittstaat. Der Brexit ist vollzogen. Bis zum 31.12.2020 gilt noch eine Übergangsphase, in der das geltende Recht quasi eingefroren wurde und zunächst fort gilt. Ab dem 01.01.2021 ist mit deutlichen Änderungen zu rechnen. Aktuell verhandeln die EU und das VK über ein Freihandelsabkommen, das die künftigen Beziehungen regeln soll.

Den Abschluss und die anschließende Ratifizierung dieses Freihandelsabkommens noch bis zum Ende der Übergangsfrist zu erreichen, muss als äußerst ambitioniert angesehen werden – und es wird mit jedem Tag unwahrscheinlicher. Gerade für die deutsche Metall- und Elektro-Industrie steht dabei viel auf dem Spiel. Das VK ist hier nach den USA, China und Frankreich der viertwichtigste Handelspartner. Im Jahr 2019 exportierte die deutsche Metall- und Elektro-Industrie Waren im Wert von 50,5 Milliarden Euro in das VK, was einem Anteil von 6,5 Prozent der gesamten Exporte unserer Industrie entspricht. Die Importe aus dem VK beliefen sich im gleichen Jahr auf 19,1 Milliarden Euro.

Zahlreiche dieser Im- und Exporte bedingen auch industrienahe Dienstleistungen, die mit mobilen Einsatzteams im jeweils anderen Land ausgeführt werden. Darüber hinaus unterhalten viele der M+E-Unternehmen eigene Produktionsstandorte im VK, was zahlreiche konzerninterne Entsendungen und Dienstreisen z. B. für Meetings, Konferenzen, Weiterbildungen etc. mit sich bringt. Eine möglichst reibungslos funktionierende Arbeitnehmermobilität zwischen Deutschland und dem VK ist daher für die deutsche Metall- und Elektro-Industrie von größter Bedeutung.

Um die Unternehmen bestmöglich auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten, haben wir eine „Brexit-Checkliste für Personalabteilungen“ erstellt, die wir laufend aktualisieren. Darüber hinaus setzen wir uns gegenüber der Politik dafür ein, dass die Arbeitnehmermobilität zwischen der EU und dem VK auch nach dem 01.01.2021 einfach und praktikabel möglich bleibt.