Der MINT‑Frühjahrsreport 2026 zeigt: Trotz wirtschaftlicher Krise bestehen weiterhin erhebliche Engpässe bei MINT‑Fachkräften. Aktuell können rund 133.900 Arbeitsplätze in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik rechnerisch nicht besetzt werden. Der MINT‑Fachkräftemangel stellt damit ein enormes Risiko für Wohlstand, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland dar.
Besonders betroffen sind die MINT‑Facharbeiterberufe mit rund 77.400 unbesetzten Stellen. Hinzu kommen 44.200 offene Stellen in den MINT‑Expertenberufen (Akademikerinnen und Akademiker) sowie 12.300 im Bereich der Spezialisten‑, Meister‑ und Technikerberufe.
Die größten Engpässe bestehen aktuell in:
der Maschinen- und Fahrzeugtechnik (22.900),
den Energie- und Elektroberufen (48.900),
der Metallverarbeitung (26.500),
den Bauberufen (26.400) sowie
der Maschinen- und Fahrzeugtechnik (22.900).

Demografischer Wandel verschärft die Lage
Die Situation wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Demografiebedingt werden dem Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2034 rund 138.600 MINT‑Beschäftigte weniger zur Verfügung stehen. Zwar ist die MINT‑Beschäftigung zwischen 2014 und 2024 noch um 12,4 Prozent gestiegen, im folgenden Jahrzehnt droht jedoch ein Rückgang um 1,8 Prozent, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Zentrale Handlungsfelder
MINT‑Basis stärken
In der frühkindlichen Bildung und in der Schule kommt dem Erwerb grundlegender Kompetenzen eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere Sprachkompetenzen bilden eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Zugang zu MINT‑Inhalten. Klare Zielsetzungen, eine datengestützte Steuerung sowie eine sozial ausgewogene Mittelvergabe können dazu beitragen, Bildungschancen zu verbessern.
Digitalisierung weiterentwickeln
Für zeitgemäßes Lernen benötigen Schulen eine verlässliche digitale Infrastruktur, pädagogisch nutzbare IT‑Unterstützung und stabile Kooperationen mit außerschulischen MINT‑Angeboten. Auch Künstliche Intelligenz gewinnt als Querschnittsthema zunehmend an Bedeutung und sollte schrittweise in schulische Lernprozesse integriert werden.
MINT‑Unterricht weiter ausbauen
Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Inhalte sind zentrale Bestandteile schulischer Bildung. Weiterentwickelte Unterrichtskonzepte sowie der Einsatz digitaler und KI‑gestützter Lernformate können dazu beitragen, Interesse und Motivation für MINT‑Themen zu fördern.
Lehrkräfte gewinnen und qualifizieren
Eine qualitativ hochwertige MINT‑Bildung setzt ausreichend qualifizierte Lehrkräfte voraus. Neben der Gewinnung neuer Lehrkräfte spielen praxisnahe Aus‑ und Fortbildungsangebote eine wichtige Rolle. Unterstützend können multiprofessionelle Teams dazu beitragen, Lehrkräfte im Schulalltag zu entlasten.
Nachwuchssicherung stärken
Die Ergebnisse des MINT‑Frühjahrsreports verdeutlichen, dass eine frühzeitige und kontinuierliche Förderung von MINT‑Kompetenzen entscheidend ist, um dem Fachkräftemangel langfristig zu begegnen. Neben Schule und Hochschule spielen dabei auch außerschulische Lernangebote sowie praxisnahe Berufsorientierung eine wichtige Rolle.
Mit seinen Bildungsinitiativen zur Nachwuchssicherung engagiert sich Gesamtmetall entlang der gesamten Bildungskette dafür, junge Menschen für MINT‑Themen zu begeistern, realistische Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen und Zukunftsperspektiven in der Metall‑ und Elektro‑Industrie aufzuzeigen.
Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag folgender Mitglieder des Nationalen MINT Forums: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Arbeitgeberverband Gesamtmetall und MINT Zukunft schaffen.
Das Nationale MINT Forum bildet die gesamte Landschaft der zivilgesellschaftlichen MINT-Stakeholder in Deutschland ab. Die Besonderheit liegt in der Spannweite und Heterogenität der über 30 Institutionen. Neben Wirtschaftsverbänden stehen arbeitnehmerorientierte Organisationen, es gibt bildungsnahe Stiftungen, Wissenschaftsorganisationen und Akademien bis hin zu Fachverbänden und Vereinen.