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Viertagewoche

Anfang September 2023 beschloss die IG-Metall-Tarif­kom­mis­sion in der kommenden Tarif­runde die 32-Stunden-Woche bei vollem Entgelt­aus­gleich für die etwa 80.000 Beschäf­tigten der Stahl­in­dus­trie zu regeln. Die Senkung der wöchent­li­chen tarif­li­chen Arbeits­zeit von 35 auf 32 Stunden wäre aus Sicht der IG Metall der Einstieg in die Vier­ta­ge­woche.

Arbeit­ge­ber­ver­bände lehnen diesen Vorschlag ab. Durch einen Anstieg der Lohn­stü­ck­kosten sowie eine Verschär­fung des Arbeits­kräf­teman­gels würde der Produk­ti­ons­s­tandort Deutschland an inter­na­ti­o­naler Wett­be­werbs­fä­hig­keit verlieren.

In der vorlie­genden ifo-Studie im Auftrag von Gesamt­me­tall wird im Rahmen einer Model­l­ana­lyse unter­sucht, mit welchen makro­öko­no­mi­schen Auswir­kungen durch die Einfüh­rung einer Vier­ta­ge­woche bei vollem Lohn­aus­gleich in Deutschland zu rechnen ist. Dabei werden die wich­tigsten Wirkungs­ka­näle der Arbeits­zeit­ver­kür­zung abge­bildet und anhand unter­schied­li­cher Szenarien vorwie­gend quali­tativ beschrieben.

Für die Studie selbst werden keine eigenen Schät­zungen durch­ge­führt, sondern wesent­liche Ergeb­nisse empi­ri­scher Unter­su­chungen, die im Zusam­men­hang mit Arbeits­zeit­ver­kür­zungen eine Rolle spielen, zusam­men­ge­fasst. Soweit es möglich ist, wird dabei ein Fokus auf die Metall- und Elektro-Industrie (oder das Vera­r­bei­tende Gewerbe insgesamt) gelegt und Unter­schiede zum gesamt­wirt­schaft­li­chen Durch­schnitt oder den Dienst­leis­tungs­be­rei­chen hervor­ge­hoben.

Wohl­stands- und Einkom­mens­ver­luste

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Arbeits­zeit­ver­kür­zungen mit makro­öko­no­mi­schen Kosten verbunden sind. Zum einen dürften die negativen direkten Effekte der Arbeits­zeit­ver­kür­zung der Voll­zeit­be­schäf­tigten stärker sein als die positiven indi­rekten Effekte, die im Zusam­men­hang mit einer Auswei­tung der Erwerbs­tä­ti­gen­quote oder der wöchent­li­chen Arbeits­zeit von Teil­zeit­be­schäf­tigten zu erwarten sind. Zum anderen erscheint ein Anstieg der Produk­ti­vität, der den Rückgang der geleis­teten Arbeits­stunden voll­ständig ausglei­chen könnte, wenig plausibel.