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Theoretische Berechnungen

Kaum Entlastungen

Die WELT berichtet exklusiv über unser Papier zum vermeintlichen Bürokratieabbau in der EU:

Ein bisher unver­öf­fent­lichtes Papier des Verbands Gesamt­me­tall, das WELT vorliegt, kommt zu einem brisanten Ergebnis: Die Büro­kratie werde in den nächsten Jahren nicht schrumpfen, sondern wachsen – nur langsamer als befürchtet. Unter dem Strich gebe es keinen Abbau von Regu­lie­rung, so die Experten, sondern einen Aufbau. Wenn das stimmt, wären Brüssels große Initia­tiven der Verein­fa­chung – unter Fach­leuten als „Omnibus-Pakete“ bekannt – leere Verspre­chen. Dann könnte das zentrale Projekt der zweiten Amtszeit Ursula von der Leyens weit hinter den Erwar­tungen zurück­bleiben.

„So richtig und wichtig die Arbeit an der Omnibus-Flotte auch ist: Die Unter­nehmen merken in der Praxis auch im zweiten Jahr der aktuellen Kommis­sion nichts vom Büro­kra­tie­abbau, eher im Gegenteil“, sagt Oliver Zander, Haupt­ge­schäfts­führer von Gesamt­me­tall. „The­o­re­ti­sche Berech­nungen, welchen Einspar­ef­fekt die Kommis­si­ons­vor­schläge viel­leicht einmal haben können, helfen da nicht weiter.“

Gesamt­me­tall zufolge betrifft Brüssels Verein­fa­chung oft Regeln, die erst in der Zukunft ange­wendet werden sollen, etwa die euro­pä­i­sche Liefer­ket­ten­richt­linie oder die KI-Verord­nung. Da diese Vorschriften bisher nicht zu mehr Aufwand führen, kann man Ände­rungen daran auch nicht als Entlas­tung werten, wie der Verband argu­men­tiert. Nach dieser Logik plant die EU einen Abbau von Büro­kratie, die es noch gar nicht gibt. …

Wer mit euro­pä­i­schen Managern spricht, hört oft: Die verspro­chene Verschlan­kung sei bisher nicht zu spüren. Auch das Papier des Verbands Gesamt­me­tall fällt ein ernüch­terndes Urteil. Das 25-Prozent-Ziel der EU-Kommis­sion weise „erheb­liche metho­di­sche Mängel“ auf, heißt es darin. „Eine echte Entlas­tung ist aktuell nicht zu erwarten.“

Zudem kriti­siert der Verband, dass die Kommis­sion die 150 Milli­arden Euro von 2022 als Grundlage verwendet, dann aber Maßnahmen zur Verrin­ge­rung der Büro­kratie ab 2025 betrachtet. So werde der Anstieg der Lasten zwischen 2022 und 2025 ausge­blendet, erklären die Experten – immerhin drei Jahre, in denen Hunderte Rechts­akte mit oft weit­rei­chenden Folgen für die Wirt­schaft auf den Weg kamen oder in Kraft traten.

Unser Papier finden Sie hier.