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„Wir haben nicht den Luxus über die Verteilung von Zuwächsen verhandeln zu können“

M+E-Tarifrunde 2026

Zum Forderungsbeschluss des IG Metall-Vorstands sagt Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter:

„Jedes Handeln muss auf einer objek­tiven Betrach­tung der Wirk­lich­keit beruhen. Wir müssen auf die tatsäch­liche Lage in unseren Betrieben passende Antworten finden. Wenn die IG Metall in dieser Lage eine Forderung von 5 Prozent erhebt, ignoriert sie die Dimension und Tiefe der Krise unserer Industrie.

Die Lage unserer Branche ist krisen­be­dingt schlecht. Viele Unter­nehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirt­schaften. Der Industrie- und Produk­ti­ons­s­tandort Deutschland ist inter­na­ti­onal nicht mehr ausrei­chend wett­be­werbs­fähig. Und das alles in unsi­cheren Zeiten mit welt­weiten Konflikten und zuneh­menden Handels­schranken. Also verschieben die Unter­nehmen Inves­ti­ti­onen, müssen die Produk­tion drosseln, verlagern oder einstellen – und müssen Arbeits­plätze abbauen.

Die Dein­dus­tri­a­li­sie­rung ist in vollem Gang, 350.000 verlorene Arbeits­plätze in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2019 sprechen eine klare Sprache. Wir haben in der kommenden Tarif­runde nicht den Luxus, über die Vertei­lung von Zuwächsen zu verhan­deln. Für zu viele unserer Unter­nehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten.“

Wenn die IG Metall auf ihre eigene Beschäf­tig­ten­be­fra­gung verweise und darauf, dass die Beschäf­tigten der Luft- und Raumfahrt, der Rüstung und des Schiffs­baus eine positive Einschät­zung der Lage hätten, lasse sie die Rela­ti­onen außer Acht. Selbst wenn die Lage dort tatsäch­lich ausnahmslos positiv sein sollte: In diesen Branchen arbeiten 236.000 der insgesamt 3,712 Millionen Arbeit­nehmer der Metall- und Elektro-Industrie. Wenn man Doppel­zäh­lungen heraus­rechnet, sind das viel­leicht 4,5 Prozent aller Beschäf­tigten der Branche.

Weitere Infor­ma­ti­onen zur Tarif­runde 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie unter www.damit-industrie-zukunft-hat.de.