Lars Kroemer
Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik
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Die M+E-Neuaufträge lagen im Januar um 7,2% unter dem Vormonat. Nachdem zum Jahresende einige Großaufträge vor allem aus dem Verteidigungsbereich verbucht wurden, war dies die erwartete Korrektur. In Breite ist die Auftragslage weiterhin schwach: Je ein Drittel der M+E-Unternehmen bewertet die Auftragsbestände negativ und meldet Auftragsmangel als Produktionshindernis. Die Auslastung sank Anfang 2026 auf nur noch 78% – normal wären 85%. Zwar wurde die Nachfrageentwicklung im Februar überwiegend positiv beurteilt, durch den Iran-Krieg drohen allerdings wieder neue Rückschläge.
Die M+E-Produktion brach im Januar um 3,2% ein. Das war der zweite Monatsrückgang in Folge, wodurch der Output 1,4% unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau lag. Damit befand sich die Produktion bereits vor dem Iran-Krieg erneut spürbar unter Druck.
Die M+E-Umsätze konnten sich durch die Abrechnung einiger Großaufträge zum Jahresstart stabilisieren und das Vorjahresniveau übertreffen. Erstmals seit einem halben Jahr war der preisbereinigte Absatz im Dreimonatsvergleich wieder im Plus. Allerdings wird die Stabilisierung nur von wenigen Industriezweigen getragen und ist entsprechend sehr differenziert.
Die Zahl der M+E-Beschäftigten fiel im Januar auf 3,77 Mio. (-2,6% zum Vorjahr). Seit zwei Jahren ist die Beschäftigung damit ununterbrochen rückläufig. Im Vergleich zu 2019 sind fast 300.000 M+E-Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Pläne zum Personalabbau waren auch im Februar weiter sehr negativ, wobei vor allem im Fahrzeugbau die Abbaupläne weiterhin deutlich überwiegen.
Das M+E-Geschäftsklima blieb im Februar – und damit vor dem Iran-Krieg – unverändert im Rezessionsbereich. Während die Lage etwas weniger negativ eingeschätzt wurde, waren die Erwartungen leicht pessimistischer als zum Jahresbeginn. Produktions- und Exportpläne konnten sich ungeachtet der neuen Unsicherheiten um die US-Zölle zwar spürbar verbessern, durch die Eskalation im Nahen Osten sowie die neuerliche Energiepreisexplosion sind die Unsicherheiten aber wieder spürbar gestiegen, womit neue Rückschläge zu erwarten sind.
Die privaten Ausrüstungsinvestitionen brachen Ende 2025 nochmals ein, wohingegen die Staatsausgaben deutlich expandierten und so die BIP-Entwicklung stützten. Die Wettbewerbsposition zum Ausland wird – vor allem gegenüber außereuropäischen Standorten – von jedem dritten M+E-Unternehmen negativ bewertet. Die Investitionspläne der Unternehmen sind daher weiter negativ. Der Standort ist nachhaltig geschädigt. Ohne mutige Strukturreformen setzt sich die Deindustrialisierung fort.