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Zahlen und Graphen aus der Volkswirtschaft

Ohne Industrie kein Wohlstand Konjunkturbericht

Keine Lichtblicke zum Jahresende – Unternehmenspläne spiegeln anhaltende Tristesse wider

Die M+E-Neuauf­träge profi­tierten im Herbst erneut von größeren Bestel­lungen aus dem Vertei­di­gungs­be­reich. Im November legten sie um 6,5% zum Vormonat zu. Auch im aussa­ge­kräf­ti­gerem Drei­mo­nats­ver­gleich gab es ein Plus von 5,8%. Ohne den Sonst. Fahr­zeugbau gab es aller­dings nur eine leichte Stabi­li­sie­rung (+0,9%), obwohl im November auch Groß­auf­träge bei Waffen & Munition (WZ H. v. Metal­ler­zeug­nisse) verbucht wurden. Die M+E-Unter­nehmen beur­teilten ihre Nachfrage zuletzt dagegen wieder schwächer. Die Bewertung der Auftrags­be­stände fiel im Dezember auf den tiefsten Stand der zweiten Jahres­hälfte.

Die M+E-Umsätze verzeich­neten im November ein Plus von 2,8% zum Vormonat. Das war zwar der zweite Monat in Folge mit einem Zuwachs, der kräftigen Dämpfer vom Sommer ist aber noch nicht kompen­siert. Im Drei­mo­nats­ver­gleich ergibt sich ein Minus von 2,2% (nominal) bzw. 2,7% (preis­be­rei­nigt).

Die M+E-Produk­tion legte im November um vrl. 2,8% zum Oktober zu. Das Monats­plus wurde von einer über­ra­schend hohen Produk­tion bei Auto­mo­tive getragen, obwohl die VDA-Zahlen zur inlän­di­schen Pkw-Produk­tion eine Seit­wärts­be­we­gung zeigten. Im Drei­mo­nats­ver­gleich stieg die Produk­tion mit 1,4% an, wozu insbe­son­dere die Elek­tro­in­dus­trie beitrug. Die Produk­ti­ons­pläne der M+E-Unter­nehmen sind aller­dings abwärts­ge­richtet, so dass eine nach­hal­tige Trend­wende noch nicht erreicht ist.

Die Zahl der M+E-Beschäf­tigten lag im Oktober mit 3,816 Mio. leicht unter dem Vormonat. Saison­be­rei­nigt wurde ein Minus von 0,15% bzw. 5.700 Arbeits­plätzen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr sind 2,6% bzw. 103.800 Arbeits­plätze verlo­ren­ge­gangen. Die Pläne zum Perso­na­l­abbau überwogen auch im Dezember deutlich. Die Herbst­be­le­bung fiel entspre­chend auch am M+E-Arbeits­markt schwach aus. In den bishe­rigen Zahlen zeigt sich dagegen nur ein moderater Wieder­an­stieg bei der Kurz­a­r­beit.

Das M+E-Geschäfts­klima erhielt im Dezember einen weiteren Dämpfer und fiel auf -14 Punkte (Nov.: -12 Pkt.). Sowohl die Erwar­tungen als auch die aktuelle Lage wurden negativer als im Vormonat bewertet. Die konkreten Unter­neh­men­s­pläne zeichnen ein noch nega­ti­veres Bild als die allge­meinen Stim­mungs­in­di­ka­toren.

Die Wett­be­werbs­po­si­tion zum Ausland verschlech­terte sich im Herbst weiter. Die Bewertung zu außer­eu­ro­pä­i­schen Stand­orten fiel auf ein Rekord­tief. Die Abstände zu Welt­handel und globaler Indus­trie­pro­duk­tion vergrö­ßerten sich im Q3-2025 weiter. Die privaten Ausrüs­tungs­in­ves­ti­ti­onen konnten den Rückgang nur auf niedrigem Niveau stoppen. Die Inves­ti­ti­ons­pläne sind aber weiter negativ. Der Standort ist nach­haltig geschä­digt, ohne mutige Struk­tur­re­formen setzt sich die Dein­dus­tri­a­li­sie­rung fort.