Lars Kroemer
Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik
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Die M+E-Neuaufträge sind im März um 7,3 Prozent zum Vormonat gestiegen. Vor allem in der Elektroindustrie und im Maschinenbau wurden höhere Neuaufträge verbucht. Hier dürften sich insbesondere Vorzieheffekte aufgrund erwarteter Preissteigerungen infolge des Irankriegs widerspiegeln. Im gesamten Q1 gingen die Bestellungen dennoch um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück, was vor allem auf die hohen Auftragseingänge aus dem Verteidigungsbereich zum Jahresende zurückzuführen ist. Insgesamt ist die Auftragslage weiter schwach: Die Auslastung lag zum Start ins Q2 fast unverändert bei nur 79% und damit weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent. 34 Prozent der M+E-Betriebe meldeten Auftragsmangel als Produktionshindernis. Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Auftragsbestand ist weiterhin groß.
Die M+E-Produktion stagnierte im März auf dem schwachen Februar-Niveau. Im gesamten Q1 ergab sich ein Einbruch um 2,5 Prozent zum Vorquartal, womit das bereits sehr schwache Vorjahresniveau (Q1-2025) um 1,3 Prozent unterschritten wurde. Die längste Rezession der Nachkriegsgeschichte hält damit an. Eine Trendwende scheint kurzfristig unwahrscheinlich, zumal die M+E-Unternehmen die Auswirkungen des Irankrieges immer stärker spüren. So meldeten im April wieder 12 Prozent der M+E-Betriebe Produktionsbehinderungen durch Materialengpässe. Die Produktions- und Exportpläne wurden im April nach unten korrigiert.
Die M+E-Umsätze konnten sich durch die Abrechnung einiger Großaufträge zwar stabilisieren. Allerdings wird die Stabilisierung nur von wenigen Industriezweigen getragen und ist entsprechend sehr differenziert. Der preisbereinigte Absatz lag im Q1 nur auf dem schwachen Niveau des Vorjahres.
Die Zahl der M+E-Beschäftigten fiel im März weiter auf 3,766 Mio. (-2,4 Prozent bzw. -92.100 zum Vorjahr). Saisonbereinigt fiel die Mitarbeiterzahl um 7.700 (-0,20 Prozent), womit der 30. Monat in Folge ein Rückgang zum Vormonat verbucht wurde. Im Vergleich zu 2019 sind fast 300.000 M+E-Arbeitsplätze verloren gegangen. Zudem rechnen im Saldo über 20 Prozent der M+E-Betriebe mit einem (weiteren) Personalabbau. Die Arbeitslosigkeit in M+E-Berufen steigt spürbar und erreichte den höchsten April-Wert seit 2013.
Das M+E-Geschäftsklima verharrte im April unverändert im Rezessionsbereich. Während die aktuelle Lage etwas weniger negativ eingeschätzt wurde, waren die Erwartungen für die kommenden Monate wieder pessimistischer. Die Wettbewerbsposition zu anderen Standorten wird fast unverändert negativ bewertet.
Aktualisiert: 15. Mai 2026