Lars Kroemer
Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik
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Die M+E-Produktion gab im Dezember deutlich um vrl. 2,5% zum November nach. Dennoch wurde nach 10 Rezessionsquartalen in Folge im Q4 erstmals wieder ein leichtes Plus zum Vorquartal erreicht. Im gesamten Jahr 2025 ergab sich dennoch der 2. Jahresrückgang in Folge (-1,2%). Zudem wird das 2018er-Niveau noch um 13% unterschritten
Auch die M+E-Umsätze verzeichneten im Dezember einen Rückschlag. Im gesamten Q4 gab der preisbereinigte Absatz zum 2. Mal in Folge nach. Auch im gesamten Jahr 2025 lag der Absatz erneut unter dem bereits schwachen Vorjahreswert. Nur infolge von Preiseffekten übertraf der Umsatz leicht das Vorjahresniveau.
Die M+E-Neuaufträge profitierten im Q4 erneut von größeren Bestellungen aus dem Verteidigungsbereich. Bereinigt um diese Effekte konnten die Neuaufträge nur leicht zulegen und verharren weiter auf schwachem Niveau. Die M+E-Unternehmen beurteilen ihre Nachfrage zudem wieder schwächer. Die Bewertung der Auftragsbestände ist fast unverändert negativ und die Auslastung Anfang 2026 nochmals um 2%-Punkte auf nur noch 78% zurückgegangen.
Die Zahl der M+E-Beschäftigten fiel im Dezember auf 3,792 Mio. (-2,6% zum Vorjahr). Erstmals seit Juli 2015 wurde damit die Marke von 3,8 Mio. Arbeitsplätzen unterschritten. Seit 2019 sind über 270.000 M+E-Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Pläne zum Personalabbau überwogen auch im Januar weiterhin deutlich.
Das M+E-Geschäftsklima hellte sich im Januar leicht auf, blieb mit -10 Punkten aber weiterhin im Rezessionsbereich. Sowohl die Erwartungen als auch die aktuelle Lage wurden weniger negativ als im Dezember bewertet, wozu vor allem optimistischere Exportpläne beitrugen. Allerdings klammert die Umfrage die jüngsten US-Zolldrohungen weitgehend aus.
Die Wettbewerbsposition zum Ausland wurde auch zum Jahresstart – vor allem gegenüber außereuropäischen Standorten – von jedem 3. M+E-Unternehmen negativ bewertet. Die Abstände zu Welthandel und globaler Industrieproduktion vergrößerten sich im Q3-2025 weiter. Die privaten Ausrüstungsinvestitionen gaben auch 2025 weiter nach. Die Investitionspläne sind zudem weiter negativ. Der Standort ist nachhaltig geschädigt. Ohne mutige Strukturreformen setzt sich die Deindustrialisierung fort.