Direkt zum Inhalt wechseln
Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie

Die wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie Konjunkturbericht

Abwärtstrend in der M+E Industrie verstetigt – 2024 erneuter Produktionsrückgang wahrscheinlich

Die M+E Produktion schwächte sich im Q4 2023 mit 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal weiter ab. Nur aufgrund von Nachholeffekten im H1 2023, die auf einer verbesserten Materiallage und aufgestauten Aufträge basierten, konnte im Jahresmittel 2023 noch eine Erholung von 2,6 Prozent verbucht werden.

Umsatz (2,2 Prozent) und Absatz ( 2,5 Prozent) waren im Q4 2023 erneut rückläufig. Zusätzlich zum schwachen Inlandsgeschäft sinken vor allem die Erlöse außerhalb der Eurozone spürbar. Mit Blick auf die schwache Auftragslage und den anhaltenden Pessimismus ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends im H1 2024 wahrscheinlich.

Das Auftragsvolumen lag 2023 5,1 Prozent unter dem Vorjahr. Trotz der Verbuchung von Großaufträgen zum Jahresende setzte sich der Rückgang im Q4 2023 fort. Die Nachfrage wird von den M+E Firmen weiterhin schlecht bewertet, die Auftragsbestände stützen die Lage weit weniger als erhofft: 36 Prozent der M+E Firmen melden für Q1 2024 Auftragsmangel als Produktionshindernis. Die Kapazitätsauslastung ging entsprechend auf 83 Prozent zurück und liegt damit unter dem langjährigen Mittelwert von 85 Prozent.

Die Zahl der M+E Beschäftigten lag 2023 um 1 Prozent über dem Vorjahr. Seit April ist ein stabiler Seitwärtstrend zu beobachten. Infolge des Abschwungs schwächt sich die Fachkräftelücke sukzessive ab. Dennoch könnte jedes 3. M+E-Unternehmen mehr produzieren, wenn das passende Personal verfügbar wäre.

Die Stimmung in den M+E Firmen hat sich im Januar etwas stabilisiert. Die Unternehmenspläne für die kommenden Monate waren weniger pessimistisch. Allerdings sind die Erwartungen der Unternehmen weiterhin im Keller. Die Industrieproduktion dürfte 2024 erneut sinken, wodurch sich die im internationalen Vergleich weit unterdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung in Deutschland fortzusetzen droht.

Die Inflationsrate ging im Januar weiter zurück. Mit +2,9 Prozent wurde der tiefste Stand seit Juni 2021 registriert. Politische Maßnahmen und die kräftige Lohndynamik bremsten die Disinflation aber ab und hielten die Kerninflation auf hohem Niveau.