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Zwölfter Strukturbericht für die M+E-Industrie in Deutschland

So sieht es in Deutschlands wichtigstem Industriezweig aus Strukturberichte

Die deutsche Wirt­schaft kommt nicht aus der Krise. Auch für 2026 werden die Prognosen nach unten geschraubt. Erwartet wird nur noch ein Mini­wachstum von 0,5 Prozent, von dem gut die Hälfte daraus resul­tiert, dass über­durch­schnitt­lich viele Feiertage auf Wochen­enden fallen. Damit setzt sich die längste Wirt­schafts­krise in der Geschichte der Bundes­re­pu­blik fort. Der Wohlstand in Deutschland schrumpft: Die Wirt­schafts­leis­tung je Einwohner lag 2025 unter dem Niveau der Jahre 2017 und 2018.

Ursache ist die fort­s­chrei­tende Dein­dus­tri­a­li­sie­rung. Seit 2019 hat allein die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) fast 300.000 Arbeits­plätze verloren. 2025 fiel der Beitrag des Vera­r­bei­tenden Gewerbes zur Wert­schöp­fung auf 19,4 Prozent – abgesehen von der Finanz­krise 2009 der nied­rigste Wert seit Gründung der Bundes­re­pu­blik. Während die Staats­aus­gaben immer weiter expan­dieren, brachen die privaten Ausrüs­tungs­in­ves­ti­ti­onen Ende 2025 erneut ein. Erstmals trugen die Öffent­li­chen Dienst­leis­tungen mit 20,5 Prozent mehr „zur Wert­schöp­fung“ als die Industrie bei.

Diese Trends hängen eng zusammen. Der immer größere Büro­kratie- und Verwal­tungs­ap­parat erzwingt steigende Kosten und Abgaben und würgt gleich­zeitig Unter­neh­mertum, Inves­ti­ti­onen und Inno­va­ti­onen ab. Bundes­kanzler Friedrich Merz hat zurecht gefordert, dass sich die Schere aus Staats­konsum und privaten Inves­ti­ti­onen dringend schließen muss. Das erfordert Mut zu Struk­tur­re­formen, welche die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­ortes wieder­her­stellen und zu echten Einspa­rungen in den öffent­li­chen Haus­halten und Sozi­al­kassen führen. Alles, was nicht den Standort stärkt – beispiels­weise durch eine bessere Infra­s­truktur – sowie die Vertei­di­gungs­be­reit­schaft wieder­her­stellt, muss dringend auf den Prüfstand.

Der M+E-Struk­tur­be­richt beleuchtet zum zwölften Mal die struk­tu­rellen Trends in der größten deutschen Indus­trieb­ranche. Bereits 2015 warnte der Bericht, dass viele Konkur­renten bei den Themen Knowhow, Inno­va­ti­onen und Wissen aufholen, während sich gleich­zeitig die Kosten­po­si­tion der deutschen M+E-Industrie weiter verschlech­tert. Auch der aktuelle Bericht zeigt einer­seits deutlich die Heraus­for­de­rungen und notwen­digen Hand­lungs­lei­t­li­nien auf. Ande­rer­seits ist das Potential weiterhin groß: Die deutsche M+E-Industrie ist forschungs­in­tensiv, inno­va­ti­ons­ge­trieben und weit über­durch­schnitt­lich produktiv. Weltweit expan­dieren die M+E-Märkte, der Bedarf an hoch­wer­tigen Inves­ti­ti­ons­gü­tern und Lösungen für die globalen Mega­trends steigt weiter an. Damit Deutschland wieder stärker davon profi­tieren kann, braucht es bessere Rahmen­be­din­gungen. Die Stand­ort­krise lässt sich durch Ange­bots­po­litik, verbunden mit einer Rückkehr zu den Prin­zi­pien der Sozialen Markt­wirt­schaft lösen. In diese Richtung muss die Bundes­re­gie­rung jetzt alle Weichen stellen.