Lars Kroemer
Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik
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Die M+E-Neuaufträge erhielten im Februar einen erneuten Dämpfer, nachdem sie bereits im Januar spürbar rückläufig waren. Hintergrund der starken Schwankungen sind Großaufträge, insbesondere aus dem Verteidigungsbereich. Darüber hinaus ist die Auftragslage weiter schwach: Die Auslastung lag zum Start ins Q2 fast unverändert bei nur 79 Prozent, was weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent ist. 34 Prozent der M+E-Unternehmen meldeten Auftragsmangel als Produktionshindernis. Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Auftragsbestand ist weiterhin groß.
Die M+E-Produktion schrumpft im Februar um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag nur noch auf dem schwachen Vorjahresniveau. Mit dem dritten Rückgang in Folge befindet sich die M+E-Industrie wieder im Abwärtstrend, nachdem es im Schlussquartal 2025 durch Sondereffekte ein leichtes Plus gab. Zudem spüren die M+E-Unternehmen die Auswirkungen des Irankrieges immer stärker. So meldeten im April wieder 12 Prozent der Betriebe Produktionsbehinderungen durch Materialengpässe.
Die M+E-Umsätze konnten sich durch die Abrechnung einiger Großaufträge zwar stabilisieren. Allerdings wird die Stabilisierung nur von wenigen Industriezweigen getragen und ist entsprechend sehr differenziert.
Die Zahl der M+E-Beschäftigten fiel im Februar ungebremst weiter auf 3,767 Mio. (-2,5 Prozent bzw. -97.300 zum Vorjahr). Saisonbereinigt gingen innerhalb eines Monats über 10.000 Arbeitsplätze verloren. Seit zwei Jahren ist die Beschäftigung damit ununterbrochen rückläufig. Im Vergleich zu 2019 sind fast 300.000 M+E-Arbeitsplätze verloren gegangen. Zudem rechnen im Saldo über 20 Prozent der M+E-Betriebe mit einem (weiteren) Personalabbau.
Das M+E-Geschäftsklima verharrte im April unverändert im Rezessionsbereich. Während die aktuelle Lage etwas weniger negativ eingeschätzt wurde, waren die Erwartungen für die kommenden Monate wieder pessimistischer. Auch die Produktions- und Exportpläne wurden nach unten korrigiert.
Die privaten Ausrüstungsinvestitionen brachen Ende 2025 nochmals ein, wohingegen die Staatsausgaben deutlich expandierten. Die Wettbewerbsposition zu anderen Standorten wird fast unverändert negativ bewertet. Der Standort ist nachhaltig geschädigt. Ohne mutige Strukturreformen setzt sich die Deindustrialisierung fort.