Lars Kroemer
Abteilungsleiter Volkswirtschaft und Statistik
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Die M+E-Neuaufträge blieben im Juni auf dem Niveau des Vormonats. Der Mai wurde zudem etwas nach unten korrigiert. Im H1 ergab sich insgesamt ein Plus von 4,8 Prozent zum Vorjahr, das allerdings vor allem von Großaufträgen und Vorzieheffekten geprägt war. Der Stabilisierung fehlt weiterhin die nötige Breite. 38 Prozent der M+E-Unternehmen meldeten im Juli Auftragsmangel als Produktionshindernis – nochmals mehr als im Vorquartal (34 Prozent). Auch die Auftragsbestände wurden im Juli wieder schlechter beurteilt. Die Auslastung blieb unverändert bei nur 79 Prozent und damit deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent. Seit nunmehr 12 Quartalen ist die M+E-Industrie damit in einer Unterauslastung.
Die M+E-Produktion konnte sich im Juni leicht um 0,3 Prozent zum Vormonat stabilisieren und lag auch im Q2 um 0,2 Prozent über dem Vorquartal. Aufgrund der starken Rückgänge im Q1 liegt die Produktion dennoch weiter deutlich unter dem Vorjahr. Im gesamten H1 ergab sich ein Minus um 2,2 Prozent. Damit dauert die längste Rezession der Nachkriegsgeschichte an. Das Niveau von 2018 wird um 15 Prozent unterschritten. Die Produktions- und Exportpläne blieben im Juli unverändert im Stagnationsbereich. Zudem gab die Autoproduktion wieder nach.
Die M+E-Umsätze stabilisierten sich zwar und lagen im H1 um 2,2 Prozent über dem Vorjahr. Dies war allerdings stark von Sondereffekten beeinflusst. Einerseits stiegen Einkaufskosten und Produzentenpreise infolge des Irankriegs. Der preisbereinigte Absatz lag im H1 dagegen nur auf dem schwachen Vorjahresniveau (+0,1 Prozent). Dies wurde andererseits durch die Abrechnung einiger Großaufträge beeinflusst, was zu einer sehr differenzierten Entwicklung führte. Im Q2 schwächte sich die Stabilisierung weiter ab.
Die Zahl der M+E-Beschäftigten ging im Juni auf 3,724 Mio. zurück. Damit gingen innerhalb eines Monats über 12.000 Arbeitsplätze verloren. Gegenüber 2019 summiert sich der Rückgang auf fast 340.000 M+E-Arbeitsplätze. Die Beschäftigung sank auf den tiefsten Stand seit Februar 2014. Angesichts der anhaltenden Unterauslastung waren die Personalpläne im Juli unverändert abwärtsgerichtet. Die Arbeitslosigkeit in M+E-Jobs steigt weiter an.
Das M+E-Geschäftsklima konnte sich im Juli etwas auf -5 Punkte stabilisieren (Juni: -10 Punkte). Allerdings ging die Stabilisierung fast ausschließlich auf weniger pessimistische Erwartungen zurück, was vage Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Irankriegs und echte Fortschritte bei den Strukturreformen in Deutschland widerspiegeln dürfte. Die aktuelle Lage wurde dagegen fast unverändert negativ eingeschätzt. Auch die konkreten Unternehmenseinschätzungen zu Produktion und Auftragslage relativieren die Stimmungsaufhellung.
Wie schwierig die Lage ist, zeigt auch unsere aktuelle Unternehmensumfrage in der Metall- und Elektro-Industrie zu Investitionen und Standortbedingungen.
Aktualisiert: 14.08.2026