Die Lage am Arbeitsmarkt in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) hat sich weiter verschlechtert. Nach den heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit in qualifizierten M+E-Berufen im Februar 2026 auf rund 180.000 Personen. Das war ein Plus um neun Prozent zum Vorjahresmonat und der höchste Stand seit Februar 2021 – mitten in der Corona-Krise. Saisonbereinigt nahm die Anzahl an Arbeitslosen in M+E-Berufen um 0,2 Prozent zum Vormonat zu. Die Anzahl der offenen Stellen sank saisonbereinigt sogar um 1,0 Prozent gegenüber Januar. Die Stellenanzeigen für M+E-Jobs waren mit rund 120.000 um drei Prozent niedriger als im Vorjahr.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Der unverändert schwache Arbeitsmarkt zeigt deutlich, dass sich die Deindustrialisierung fortsetzt. Das Plus beim Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 ist vor allem in steigenden Staatsausgaben begründet. Das ist teuer über höhere Schulden erkauft und kann kein nachhaltiges Wirtschaftsmodell sein. Im Gegenteil: Die private Ausrüstungsinvestitionen sind im vierten Quartal nochmals um mehr als fünf Prozent gegenüber dem schon schwachen Vorquartal eingebrochen.
Doch ohne Unternehmensinvestitionen setzt sich der Arbeitsplatzabbau unweigerlich fort, egal wie viele neue Behörden und Beamtenstellen die Politik auch schafft. Neben Energie- und Bürokratiekosten verhindern die hohen und weiter steigenden Lohnzusatzkosten Investitionsentscheidungen für den Standort Deutschland. Unternehmen können nur investieren, wenn sich die Produktion am Standort auch rechnet. Es braucht jetzt mutige Reformen und konkrete Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern. Die im Koalitionsvertrag versprochene Einführung der Wochenarbeitszeit wäre beispielsweise ein wichtiges Signal für die Reformbereitschaft.”
Die Personalpläne der M+E-Unternehmen waren im Februar weiter abwärtsgerichtet. Der monatlich vom ifo-Institut erhobene Saldo aus Auf- und Abbau lag bei minus 19 Punkten. 28 Prozent der M+E-Unternehmen müssen (weitere) Stellen streichen, während nur neun Prozent mit Erweiterungen planen. Damit drohen sich Arbeitsplatzabbau und Verschärfung der Arbeitsmarktlage unverändert fortzusetzen.
Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunkturbericht unter hier.
Alexander Dennebaum
Pressesprecher
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