Beschäftigung

Zeitarbeit

Zeitarbeit

Zeitarbeit

Foto: BOMAG GmbH

Wir haben und brauchen auch in Zukunft starke Stammbelegschaften. Die Firmen brauchen aber auch ein Mindestmaß an Flexibilität in der Personalplanung, um die zunehmenden Schwankungen der Märkte ausgleichen zu können. Dabei spielen befristete Beschäftigungsverhältnisse und Zeitarbeit eine wichtige Rolle – sie sind Flexibilitätspuffer für die Betriebe und zugleich Sprungbrett auf einen festen Arbeitsplatz.

Deshalb sollte Zeitarbeit nicht als "atypisch" bezeichnet oder gar als "prekär" diffamiert werden: Zeitarbeit ist eine sozialversicherungspflichtige Stammbeschäftigung mit vollem Kündigungsschutz, Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie wird nach DGB-Tarifverträgen bezahlt und ermöglicht vor allem Arbeitslosen und gering Qualifizierten den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Zudem gibt es für den Einsatz in der Metall- und Elektro-Industrie zwischen Zeitarbeitgebern und Gewerkschaften vereinbarte Tarifverträge, die gestaffelte Zuschläge bereits nach der 6. Einsatzwoche vorsehen, dazu haben nach den Tarifverträgen der M+E-Industrie Zeitarbeitnehmer nach 24 Monaten Einsatzzeit das grundsätzliche Recht auf ein Übernahmeangebot.

In der M+E-Industrie waren im Juni 2008, in der Hochphase des Konjunkturbooms, rund 234.000 Zeitarbeitnehmer beschäftigt. Gemessen an den Stammbelegschaften entsprach das etwa 6,4 Prozent. Im Juni 2009, mitten in der Krise, lag dieses Verhältnis nur noch bei 3,7 Prozent (etwa 130.000 Zeitarbeitnehmern bei M+E). Im Zuge des Erholungsprozesses erhöhte sich die Zahl bis Juni 2011 auf 240.000 und der Anteil auf 6,8 Prozent. Im Juni 2012 befand sich die Konjunktur wieder in ruhigeren Fahrwassern und die Zahl der in M+E eingesetzten Zeitarbeiter sank auf 205.000, gemessen an der Stammbelegschaft ein Anteil von 5,6 Prozent. Gerade in Zeiten großer konjunktureller Unsicherheiten ist für die Unternehmen dieses Flexibilisierungsinstrument also sehr wichtig.

Nach der letzten Auswertung des IAB-Betriebspanels waren Mitte 2015 etwa 190.000 Zeitarbeitnehmer bei M+E beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal 5 Prozent im Verhältnis zu den Stammbelegschaften. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer in der Branche verharrt damit weiter auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres, während gleichzeitig die Zahl der Stammbeschäftigten weiter gestiegen ist: Mit inzwischen 3.829.700 Stammbeschäftigten hat die Branche seit März 2010 392.500 neue Arbeitsplätze aufgebaut. In ganz Deutschland liegt der Anteil der Zeitarbeiter auch nur bei knapp 3 Prozent.

Mit Blick auf die jahrelange politische Auseinandersetzung um Zeitarbeit und Werkverträge erwarten wir von den Gewerkschaften wie den Parteien, dass die im Herbst 2016 beschlossenen Regelungen so von allen Seiten akzeptiert werden. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit und müssen Vertrauen haben können, dass gefundene Kompromisse nicht bei nächster Gelegenheit wieder aufgekündigt werden. Der Beschluss des Bundestages setzt die Einigung der Koalition mit den Sozialpartnern um. Das neue Gesetz lässt den Tarifvertragsparteien die notwendigen Freiräume für tarifvertragliche Gestaltungen bei der Zeitarbeit.