Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat heute seine Prognose für dieses und nächstes Jahr erneut deutlich nach unten korrigiert. Für 2026 wurde das erwartete Wachstum auf nur noch 0,5 Prozent halbiert. Etwa die Hälfte des verbliebenen Wachstums kommt dabei allein aus Kalendereffekten, weil überdurchschnittlich viele Feiertage auf das Wochenende fallen. Kalenderbereinigt ergibt sich nur noch ein Miniwachstum von rund 0,25 Prozent, was noch unter dem kalenderbereinigten Wachstum von 2025 läge.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Bereits vor dem Irankrieg steckte die Industrie unverändert in der Krise. Allein im Februar 2026 gingen über 10.000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) verloren. Die Belastungen durch die Energiepreisexplosion und Lieferverzögerungen infolge der Lage im Nahen Osten kommen nun für die M+E-Unternehmen on top und drohen, die Deindustrialisierung Deutschlands weiter zu beschleunigen. Die Bundesregierung muss jetzt mutige Strukturreformen auf den Weg bringen, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wiederherstellen und zu echten Einsparungen in den öffentlichen Haushalten und Sozialkassen führen. Alles, was nicht den Standort stärkt – beispielsweise durch eine bessere Infrastruktur – sowie die Verteidigungsbereitschaft wiederherstellt, muss dringend auf den Prüfstand. Die erneute Abwärtskorrektur derPrognose zeigt, dass sich Deutschland nicht durch zusätzliche, schuldenfinanzierte Staatsausgaben aus der Krise herauskaufen kann. Um die Standortkrise zu lösen, braucht es stattdessen eine Angebotspolitik mit einer Rückkehr zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.“
Alexander Dennebaum
Pressesprecher
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